02.10.2019
Ach menno – armer Kalle
Eigentlich
hatten wir gestern einen sehr ruhigen Tag, denn Kalle bekam ja zum
ersten Mal das Libromide zusätzlich zum Phenoleptil und war sehr
beduselt und träge.
Abends hat er dann noch sein Essen ausgespuckt
und ich ahnte mal wieder nix Gutes. Nachts um 2.00 Uhr war ich
dann
schlagartig hellwach, der Kleine stupste mich mehrfach an und
bekam
dann auch schon seinen ersten Anfall und kurze Zeit später den
Zweiten.
Ich hatte dann kurz Zeit ihm sein Notfallmittel zu geben,
bevor er den 3. und sehr schlimmen Anfall bekam. Um 4.00 Uhr waren
wir dann endlich im Bett und nur eine Stunde später weckte Kalle
mich wieder – ihm war kotzübel – und das im wahrsten Sinne des
Wortes. Was für eine Nacht – das blöde Gewitter im Kopf ist
wirklich gruselig, vor allem, weil die Abstände zwischen den
Anfällen immer kürzer werden.
Erst hatten wir Abstände von ca. 2-3
Wochen, dann 2 Wochen, dann 10 Tage, dann 8 Tage und jetzt nur 3
Tage.
Ich habe sofort Kontakt zu seiner Tierärztin aufgenommen –
manche Informationen will Frau nicht hören. Kalle hat eine neue
und
sehr schwere Form der Epilepsie ausgebildet. Unsere ganze Hoffnung
liegt darin, dass das Libromide seine Anfälle positiv beeinflussen
kann, leider wirkt dieses Medikament erst nach 4-8 Wochen und
irgendwie müssen wir die Zeit bis zum Wirkungseintritt
überbrücken.
Erst nach Ablauf dieser Zeit können wir wissen, ob es überhaupt
möglich ist den Kleinen einzustellen, also so zu behandeln, dass
er
auch eine gewisse Lebensqualität hat.
Der weitere Verlauf ist nach
Aussage der Tierärztin ungewiss und sie hat mich auch darauf
hingewiesen, dass es Hunde gibt, die nicht einstellbar sind – ich
habe nur noch geheult und den Kleinen ganz lange danach im Arm
gehalten und geknutscht – glücklicherweise mag er das. Sie hat mir
noch gesagt, dass diese schweren Formen von Epilepsie häufig bei
Bulldoggen auftreten – diese armen Hunde!
Derzeit ist eine
Vermittlung von Kalle noch nicht möglich, da wir nun den weiteren
Verlauf seiner Krankheit und die Wirksamkeit der Behandlung
abwarten
müssen – natürlich freuen wir uns aber über Paten für den
Kleinen, denn unabhängig von seiner etwas sportlichen Pflegestufe
ist er natürlich als gern gesehener Dauergast der Tierarztpraxis
auch kostenintensiv.
Bitte helft uns Hunden wie Kalle zu helfen,
denn
wenn ich die vielen erwachsenen Bulldoggen bei EBAY Kleinanzeigen
beobachte, die teils auch wegen Krankheit und daraus
resultierenden
finanziellen Problemen verkauft werden, ist zu befürchten, das
noch
viel mehr dieser armen Hunde im Tierschutz landen. Von den Bulli‘s
, die wegen ihrer verhaltensoriginellen und emotionsflexiblen Art
abgegeben werden, will ich gar nicht schreiben. Und dann? Wohin?
03.10.2019
Erstens kommt es anders…..
und
zweitens als Frau denkt. Vor 1 ½ Wochen zog ja der Boxer „Aris“
bei uns ein, weil sein Besitzer sofort in ein Krankenhaus musste.
Wir
blieben telefonisch im Kontakt und gestern hat er mir dann gesagt,
dass er Aris, wann auch immer er die Klinik verlassen wird, nicht
wieder zurücknehmen kann.
Heute war ich dann mit einer Freundin in
der Klinik und bin nun „stolze“ Besitzerin eines unkastrierten
Boxerrüden - na da gratuliere ich mir mal einfach selbst. Auch in
diesem Fall hat ein Mensch die Anschaffung eines Hundes, die damit
verbundene Arbeit und seine Lebenslage etwas falsch eingeschätzt –
aber ich bin froh, Aris nun bei seinem neuen Lebensabschnitt
vorerst
zu begleiten. Tja, ich sage es mal so, ich bin jetzt nicht so die
Freundin der kurzschnäuzigen Rassen und mag auch eher Hündinnen
und
wenn ich jetzt abends auf der Couch liege, muss ich beim Anblick
meiner beiden Jungs schon lachen – manchmal schüttel ich auch
einfach den Kopf und frage mich, wie das eigentlich passiert ist,
aber süß sind sie.!
Die Jungs sind in der letzten Zeit zu tollen
Kumpels geworden, spielen je nach Gesundheitszustand von Kalle ein
wenig und kuscheln und schlafen sehr viel zusammengekuschelt – da
geht Frau wirklich das Herz auf und die Frage, wieso manche
Menschen
sich so was wie Tierschutz antun ist dann auch gleich von selbst
beantwortet. Sie sind wirklich entzückend zusammen – die beiden
Knautschkes! Heute ging es dem Kleinen mit dem neuen Medikament
schon etwas besser und hier werden bitte weiterhin für diesen
tapferen Kerl die Daumen und Pfoten gedrückt – wofür wir uns im
voraus bedanken.
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